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Österreichischer National Circus Louis Knie 2008

Ein grosser Name welcher täuscht

Als einst Elfie Althoff-Jacobi den Namen Österreichischer National Circus an Louis Knie verkaufte, ahnte niemand welche unglückliche Entwicklung dieser Circus nehmen würde. Nach einigen Jahren kam dieser in den wirtschaftlichen Ruin und die Namensrechte “Österreichischer National Circus Louis Knie” wurden bei einer Bank verpfändet, nun von dieser an zwei deutsche Unternehmer veräussert. Der grösste Teil des Materials, Zelt und Tiere gingen an Rolf Kramer vom Circus Constanze Busch und die Namensrechte und der Salonwagen von Louis Knie an den Nachtclubbesitzer und ehemaligen Schmuckhändler Rolf Krames aus Bielefeld.
Dieser mietete nun fremdes Material an, gab die Geschäftsführung an einen Frank Schiffermann ab, welcher in Bad Neuenahr nebenbei noch ein kleines Cafe betreibt. Eine eigenartige geschäftliche Konstellation mit welcher ich mich 2008 beschäftigen musste, nachdem ich beide Betreiber persönlich kennenlernte und etwas hinter die Kulissen blickte.
Rolf Krames sieht die Rolle als Circusdirektor wohl als gesellschaftliche Aufwertung für sich und steckte grosse Summen in diesen Circus, der selten die täglichen Kosten einfuhr, da kein funktionierendes Management vorhanden war und er sich auch von niemanden etwas sagen lassen wollte. Von der Materie her ohne grosse Ahnung, träumte er davon, die Investitionen wieder einzuspielen, wie ihm das in seiner früheren Tätigkeit im illustren Nachtleben immer wieder gelang. Aber Circus ist eben etwas ganz anderes und hier gelten andere Gesetze und Anforderungen. So legte er fast das ganze Frühjahr 2008 zu, von einzelnen guten Ergebnissen in wenigen Städten abgesehen. Immer wieder fuhr er zu seiner Bank und hob grössere Summen ab, um die Artisten, den Zeltverleiher und anderes zu bezahlen.

Vor der Sommerpause wurde klar, dass für ihn eine grössere Herzoperation anstehen würde. Trotzdem wollte er unbedingt weitermachen. Ich besorgte ihm in meinem Dorf einen Platz, wo ein Teil des Circus stehen konnte und begann damit ihm eine Tournee für die zweite Jahreshälfte aus dem Boden zu stampfen. So kurzfristig keine leichte Aufgabe, aber der Name des Circus zog bei den Städten und so fand ich noch einige Lücken, welche durch Absagen anderer Circusse entstanden waren, zudem setzte ich alle meine persönlichen Verbindungen  für ihn ein.
Während er im Krankenhaus lag verwaltete ich den Circus und seine Frau überwies mir die nötigen Geldbeträge, welche für den Neustart nötig waren. Mit Hilfe eines anderen Circusmanagers bereiteten wir eine professionelle Postwerbung für die ersten drei Städte vor, fand ich eine Leihfirma für einen Bürowagen und eine Grafikerin gestaltete alle Drucksachen neu.
Über jede Änderung wurde er telefonisch oder schriftlich informiert und er stimmte alle dem zu. Als die ersten Drucksachen fertig wurden, schickte ich ihm Muster per Post zu und er fand dies alles schön.
Die erste Stadt sollte ein Privatplatz in Regensburg sein, welchen Frank Schiffermann besorgt hatte. Ein schlimmer Platz, ohne guten Ruf und ich riet davon ab. Aber Rolf Krames wollte unbedingt dorthin, da er in Regensburg in Allianz mit einer örtlichen Agentur schon einmal ein gutes Ergebnis erzielt hatte. So rollten dann die Transporte nach Regensburg und dort wurde mit grossen Schwierigkeiten aufgebaut und das Gastspiel wurde wie von mir vermutet ein Flopp. Nun auf einmal monierte Rolf Krames eine Änderung auf seiner neuen Werbung, auf der ich eine Formulierung eines anderen sehr erfolgreichen Unternehmens übernommen hatte: “Kleinkinder (2-5 Jahre) zahlen auf allen Plätzen € 10 (Loge € 15)”. Er behauptete nun, er hätte dem nicht zugestimmt und fing an mir vorzurechnen, wieviel Geld er dadurch verloren hätte. Er ging stock und steif davon aus, dass er Kleinkinder mit € 20 und € 25 bekommen würde, was ich als unsozial empfand. Nun wollte er mir diese Fantasierechnung von meinem Honorar abziehen. Da ich dem nicht zustimmte, kam es zum Bruch und wir trennten uns.
Da hatte ich während seines Krankenhausaufenthaltes seinen Circus erhalten und wieder flott gemacht, denn alleine hätte er das nicht mehr zustande gebracht und dann beschiss er mich um rund € 2000 ! Undank ist der Welt Lohn. Danach hörte ich von verschiedenen Städten das der Circus die Kautionen und Platzgelder nicht ordentlich bezahlt hatte und ich war sichtlich froh mit dieser unkorrekten Direktion nichts mehr zu tun zu haben.
Später erfuhr ich, dass das bei ihm Methode hat, dass er alle versuchte irgendwann im Preis zu drücken oder denen zum Abschluss irgendwelche Restzahlungen schuldig blieb.

2009 wagte er eine Tournee durch Österreich, wo er auch nichts verdiente und diese vorzeitig abbrach, dann wiederholte er seinen Weihnachtscircus in Rosenheim, welcher nicht erfolgreich verlief und er anschliessend die Tiernummern nicht in vereinbarter Weise bezahlen wollte, was man in der örtlichen Presse nachlesen konnte. Auch von Artisten erfuhr ich ähnliches.
Trotzdem hört der Mann nicht auf, sucht für 2010 schon wieder neue Zeltvermieter, da alle vorherigen mit ihm nichts mehr zu tun haben möchten.
Mit Österreich und Nationalcircus hat dieses Himmelfahrtskommando nichts mehr zu tun und für den verarmten Louis Knie ist es sicher ein Horror, was da nun mit seinem Namen durch deutsche Lande zieht. Aber das ist die Folge, wenn man diesen zu einem Markennamen macht und an eine Bank verpfändet. Tragische Realität, mit der er nun leben muss.

Peter Burger